Vom Geburtshaus des Philosophen Hegel geht es zu den ehemaligen "Vereinigten Hüttenwerke", dem Amüsierbezirk der 1950er bis 1970er Jahre, wo früher Rock'n'Roll- und Beatbands tobten. Im Gustav-Siegle-Haus, heute mit Auftritten der Stuttgarter Philharmonikern, traten Punkbands und "AC/DC" auf. Im Leonhardsviertel treffen denkmalgeschützte Häuser und urige Kneipen auf Rotlichtmilieu und Altstadtkiez. Geplante Einkehr mit Vorspeisen+ 0,1 l Wein im Café "Ché´" und eventuell ein Info-Besuch im "La Strada", Café für die Straßenmädchen, zum Thema Armutsprostitution.
Über Jahrtausende war der Tiber Roms Schicksalsfluss. Als Gott verehrt und als Geißel gefürchtet, bestimmte er das Leben der Ewigen Stadt. An seinen Ufern erhoben sich Kirchenstaat und Ghetto, Prunkpaläste und Armenhäuser, hier wurde gekämpft, gelitten, gefeiert – und Geschichte geschrieben. Der Tiber hielt das tägliche Leben in Gang, vom Getreide bis zum Marmor-Obelisken wurde auf ihm alles transportiert. Sein Wasser stillte den Durst der Stadt, trieb Mühlräder an, seine Fischgründe machten die Kirche reich. Ein Fluss voller Grandezza, Schrecken und Wunder. Birgit Schönau war nach dem Studium der Geschichte und Journalistik lange Jahre Italienkorrespondentin und ist heute Autorin der ZEIT. Sie hat zahlreiche Bücher zur Geschichte und Gegenwart Italiens veröffentlicht.
Nahezu 1000 Jahre bewegte Geschichte prägen die romanische Klosterkirche St. Pelagius und den Klosterberg. Jahrhundertelang war das leere Grab europäisches Pilgerzentrum der Jerusalemer Chorherren. Im 16. Und 18. Jahrhundert wurden Evangelische Klosterschulen eingerichtet, in denen Johann Albrecht Bengel als Präzeptor wirkte und Friedrich Hölderlin als Schüler lebte. Später roch es im Kloster über 80 Jahre lang nach Senf, Likör und Essig(gurken). Lassen Sie sich mitnehmen auf eine spannende Zeitreise, und lauschen Sie an diesem besonderen Ort geistlichen Lebens bewegenden Geschichten.
Das Bohnenviertel, Jahrhunderte lang ein armes Weingärtner- und Handwerkerviertel, hat auch heute noch sein ganz besonderes Flair. Wir beginnen am Charlottenplatz, dort flüchtete Schiller durchs Esslinger Tor, später schrieb dort an gleicher Stelle Wilhelm Hauff aus Langeweile berühmte Märchen. Privatdetektiv Georg Dengler, die Romanfigur des Krimiautors Wolfgang Schorlau, sitzt derweil in seinem Stammlokal. Nicht weit davon entfernt porträtierte Marie Josenhans das einfache Volk. Nicht weit entfernt im „Club Voltaire” in der Leonardstraße planten die 68er die Revolution, und aufmüpfige Schriftsteller verfassten subversive Bierdeckel oder hielten provokante Vorträge. Es ist ein Infobesuch geplant in einem Café für Straßenmädchen, wo ehrenamtliche Mitarbeiter über die schwierige Situation der Prostituierten berichten werden. Dauer ca. 2,5 Stunden. Danach ist eine Einkehr geplant in der „Tauberquelle“, bitte bei Anmeldung angeben, ob Einkehr erwünscht!
Josip Broz Tito war Visionär und Pragmatiker, Stratege und Macher. Im Zweiten Weltkrieg befreite er Jugoslawien mit seinen Partisanen aus eigener Kraft von der deutschen Besatzung. Es war die Rolle, in der er ganz bei sich war und die seine langjährige Herrschaft legitimierte. Ohne den ewigen Partisanen hätte es Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg wahrscheinlich nicht mehr gegeben. Doch Titos Jugoslawien überlebte seinen Schöpfer kaum eine Dekade, und es folgte ein Gewaltausbruch, wie ihn Europa seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hatte. Bei seinem Tod galt er als ein international anerkannter Staatsmann. Heute halten ihn viele für einen brutalen Diktator. Doch was war er wirklich? Marie-Janine Calic lässt die historische Person hinter den Legenden sichtbar werden und erzählt die Geschichte eines abenteuerlichen Lebens, in dem sich Aufstieg und Fall Jugoslawiens spiegeln. Marie-Janine Calic ist Professorin für Ost- und Südosteuropäische Geschichte an der LMU München. Im Wintersemester 2023/24 forscht sie am Center for European Studies in Harvard. Bei C.H.Beck sind von ihr erschienen: "Geschichte Jugoslawiens" (2020), "Südosteuropa" (2019), "Tito" (2022)
Heidelberg – die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt steht als Inbegriff deutscher Romantik dieses Mal an. Wir begeben uns auf das 3,3 km lange Stück der Altstadt und des Neckars, zwischen Karlstorbahnhof und Bismarckplatz. Ich habe einige Highlights wie die Alte Brücke, den Kornmarkt oder die Kümmelspalterei in der vielleicht romantischsten Stadt Deutschlands mit Ihnen zu bestaunen. Es kann zu Verspätungen oder Ausfällen im Schienenpersonenverkehr und ggf. daraus resultierenden Anschlussversäumnissen kommen, auf die der Kursleitende keinen Einfluss hat. Hierdurch entstehende Unannehmlichkeiten bitten wir zu entschuldigen.
Ende 2019 wurde die Apotheke am Fischbrunnen in Esslingen geschlossen. Ein beeindruckender Museumsraum lässt die historische Apotheke weiterleben. Die Teilnehmer:innen erfahren Interessantes und Wissenswertes über die Apothekengeschichte und die Bedeutung der Arzneimittel. Wie in früheren Zeiten die Arzneimittel in der Apotheke hergestellt wurden wird an den vielen Schaustücken eindrücklich erklärt. Das Staunen der Besucher wird am Ende noch mit einer kleinen kriminalistischen Überraschung gekrönt.
Der Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 hat nicht nur gezeigt, wie gefährlich die Lage für Juden in Deutschland geworden ist – die Debatte hat auch offengelegt, dass antijüdische Einstellungen schon lange in der Mitte der Gesellschaft existieren. Peter Longerich zeigt in seinem Vortrag, dass wir den gegenwärtigen Antisemitismus in Deutschland nicht begreifen können, wenn wir ihn vor allem als Sündenbock-Phänomen verstehen, wie es hierzulande in Schule und Hochschule gelehrt wird. Denn der Blick in die Geschichte offenbart, dass das Verhältnis zum Judentum bis heute vor allem ein Spiegel des deutschen Selbstbildes und der Suche nach nationaler Identität geblieben ist. Prof. Dr. Peter Longerich lehrte moderne Geschichte am Royal Holloway College der Universität London und war Gründer des dortigen Holocaust Research Centre. Von 2013 bis 2018 war er an der Universität der Bundeswehr in München tätig. Er war einer der beiden Sprecher des ersten unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestags und Mitautor der Konzeption des Münchner NS-Dokumentationszentrums. Seine Bücher über »Heinrich Himmler« (2008), »Joseph Goebbels« (2010) und »Hitler« (2015) fanden weltweit Beachtung. Zuletzt erschienen »Wannseekonferenz« (2016) sowie »Antisemitismus. Eine deutsche Geschichte« (2021).
Bei dieser Wanderung begegnen sich Gestern und Heute. Auf dem „Golden-Gatele“ überqueren wir den Neckar beim Max-Eyth-See. Über den Weinberg-Steillagen des „Cannstatter Zuckerle“ genießen wir eine fantastische Aussicht. Oben am „Freienstein“ tauchen wir ein ins „finstere“ Mittelalter. Was ist noch zu finden von den „alten Rittersleut“? An den Orten des Geschehens können wir das Entstehen von 4 Burgen, aber auch deren Niedergang nachvollziehen. Besonders in Mühlhausen sind noch viele Spuren längst vergangener Zeiten zu entdecken. Auf der gegenüberliegenden Seite des Neckars beeindrucken die gewaltigen Ruinen der Burg Hofen. Keine Sage, sondern Realität ist, dass noch im 20. Jhdt. eine Fähre dort den Neckar überbrückte – für Katholiken sogar kostenlos. Dauer: 3 Stunden - Strecke: ca. 8 km; teilweise steile Aufstiege, auch Treppenaufgänge
Geschichte
„Und erlöse uns von dem Bösen“ wurde im pietistischen Württemberg gebetet, wenn es um „die Grävenitz“ ging. War sie wirklich so ein Unglück für das Land? Und wie wurde man eigentlich Mätresse? Welche Macht hatten diese Frauen in Wirklichkeit? Ihr Status war immer abhängig von ihrem Liebhaber und wie er sie gewähren ließ. Und der Liebhaber war der Regent und damit verantwortlich für die Regierung! Warum also das negative Bild damals?
An zwei Lebensläufen – zum einen der wohl bekanntesten Mätresse in Frankreich Madame Pompadour sowie Wilhelmine von Grävenitz in Württemberg, der das obige Zitat galt – gehen wir den Fragen nach, die sich zu diesem Thema stellen.
Für Inhaber eines Kulturpass, Kulturpass Skonto und der vhs Card ist eine Internetanmeldung aus technischen Gründen momentan leider noch nicht möglich. Bitte melden Sie sich tel. unter 0711 550210 oder Email info@vhs-esslingen.de zum Kurs an. Angela Merkel gab im Frühjahr 2019 zwei Werke Noldes, die seit Jahren als Leihgaben der Berliner Nationalgalerie in ihrem Amtszimmer hängen, zurück. Noch heute vermuten Journalisten, dass der Grund seine Nazi-Verehrung ist, die damals wieder aufflackert, und ihn erneut aktuell macht. Im Zentrum des Vortrags stehen die Teilnahme Noldes an der Deutsch-Neuguinea-Expedition 1913/14 und die dabei entstandenen faszinierenden dokumentarischen Porträts und geheimnisvollen Landschaften. Seine Abstammung aus einer alten Bauernfamilie im deutsch-dänischen Grenzgebiet und seine tiefe Naturverbundenheit erklären seine zahlreichen bunten Blumenbilder, seine friesischen Landschaften und biblischen Szenen. Aber auch seinen unbeugsamen Willen, seine eher expressionistische Kunstauffassung gegen den Impressionismus eines Liebermann durchzusetzen. Zum Abschluss greift der Vortrag die heute von der Presse wieder aufgeworfene Frage auf, ob der über Jahrzehnte gepflegte Mythos, Nolde sei Opfer der NS-Kunstpolitik gewesen, nur eine Inszenierung war. Der Germanist Dr. Dieter Strauss hat 33 Jahre für das Goethe-Institut in vier Kontinenten gearbeitet und lebt heute als Referent in Offenbach am Main.
Viele Bauten der 1920er Jahre sind in der Innenstadt noch erhalten: Der Hauptbahnhof, der Mittnachbau, der Hindenburgbau oder die Oberpostdirektion mit dem markanten Kreuzgesims. Wir machen uns auf die Suche nach diesen eindrucksvollen Gebäuden inmitten eher farbloser Massenarchitektur – und zum Schluss das Hightlight: Das erste Hochhaus der Welt in Sichtbeton und damals eines der höchsten Häuser Deutschlands: der Stuttgarter Tagblattturm von 1928.
Der Esslinger Eberhaldenfriedhof wurde 1843 eröffnet und birgt nicht nur Grabstätten aus über 180 Jahren, sondern er ist mit seinem stattlichen alten Baumbestand die grüne Lunge Esslingens und Lebensraum für zahlreiche Lebewesen. Bei diesem Rundgang geht es um die Geschichte und Entwicklung des Friedhofs und der Bestattungskultur im Wandel der Zeiten, um die Bedeutung des Friedhofs als Rückzugs - und Erholungsraum für Mensch und Tier und um das Leben und Wirken besonderer Menschen, die in Esslingen ihre Spuren hinterlassen haben.
In der Rückschau erscheint uns die Antike oft als helle, aufgeklärte Epoche, ein Lichtblick der Menschheitsgeschichte. Dabei vergessen wir jedoch, dass auch die antiken Hochkulturen von Gewalt durchdrungen waren, dass ihre Zeugnisse in Bild und Schrift von Schlachten, Morden und Misshandlungen sprechen. Im Mittelpunkt dieses Vortrages stehen daher nicht edle Körper, die strahlende Marmorarchitektur und die literarische Hochkultur, sondern die schrecklichen Gewaltexzesse, die diese Epoche ebenfalls prägten. Wie grausam regierten die Herrscher der Antike? Wie und zu welchem Zweck wurde Gewalt dargestellt? Welche Schlüsse müssen wir aus den blutrünstigen Überlieferungen des Altertums ziehen? Martin Zimmermann lehrt Alte Geschichte an der LMU München. Er ist Ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und seit 2013 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Heizgänge, geheime Kellergewölbe, versteckte Innenhöfe – eine eigene Welt öffnet sich hinter der Pracht der fürstlichen Räume! Bei diesem Rundgang erlebt man, wie sich die Bewohner des Schlosses gefühlt haben mögen. Ein Höhepunkt ist der original erhaltene Dachstuhl. Bitte sind Sie gut zu Fuß. Vor der Besichtigung besteht die Möglichkeit sich in einem Restaurant zu stärken und das Schloss zu erfahren. Es kann zu Verspätungen oder Ausfällen im Schienenpersonenverkehr und ggf. daraus resultierenden Anschlussversäumnissen kommen, auf die der Kursleitende keinen Einfluss hat. Hierdurch entstehende Unannehmlichkeiten bitten wir zu entschuldigen.
Heutzutage reisen Frauen fast so selbstverständlich wie Männer. In früheren Zeiten war das sehr viel gefährlicher und wurde oft nicht nur belächelt. Viele Frauen riskierten dabei ihr Leben. Doch sie bewirkten auch Dinge, ob sie wie Sibylla Merian die Botanik Surinams erforschten oder wie Lady Mary Montague die Möglichkeit einer Pockenimpfung im 18. Jahrhundert mit heimbrachte. Eine der interessantesten Frauen auf Reisen war die Adlige Gertrude Bell, die durch ihre finanzielle Unabhängigkeit ihren Träumen nachgehen konnte. Sie erforschte den Nahen Osten und gab u.a. Lawrence von Arabien im ersten Weltkrieg die Informationen, die er benötigte. Und sie hinterließ heute noch vorhandene Spuren. Die Königin der Wüste „erschuf“ den heutigen Staat Irak.
Die Weissenhofsiedlung gilt als ein Meilenstein der Architekturgeschichte, ein Prototyp modernen Bauens. Bei der Werkbundausstellung von 1927 beschäftigten sich führende europäische Architekten mit der Frage "Wie wohnen?". Im Ergebnis entstand eine Siedlung, die sich völlig von gewohntem Denken und Sehen abhob. Nach fast 100 Jahren erscheinen die Gebäude noch immer faszinierend modern. Die Häuser von Le Corbusier wurden inzwischen sogar zum Weltkulturerbe geadelt. Damals war das Projekt hochumstritten, als "undeutsch" geschmäht. Ein konservativer Gegenentwurf entstand am benachbarten Kochenhof, wo u.a. Paul Bonatz den "Holzwurm" errichtete. Bei einem Rundgang lernen Sie zunächst die einzigartige Weissenhofsiedlung und Gedanken zu ihrer Entstehung kennen. Im Anschluss besuchen wir dann die Kochenhofsiedlung. Dauer der Führung: 2,5 Stunden. Die Strecke ist nicht barrierefrei.
Ende 2019 wurde die Apotheke am Fischbrunnen in Esslingen geschlossen. Ein beeindruckender Museumsraum lässt die historische Apotheke weiterleben. Die Teilnehmer:innen erfahren Interessantes und Wissenswertes über die Apothekengeschichte und die Bedeutung der Arzneimittel. Wie in früheren Zeiten die Arzneimittel in der Apotheke hergestellt wurden wird an den vielen Schaustücken eindrücklich erklärt. Das Staunen der Besucher wird am Ende noch mit einer kleinen kriminalistischen Überraschung gekrönt.
Der Esslinger Eberhaldenfriedhof wurde 1843 eröffnet und birgt nicht nur Grabstätten aus über 180 Jahren, sondern er ist mit seinem stattlichen alten Baumbestand die grüne Lunge Esslingens und Lebensraum für zahlreiche Lebewesen. Bei diesem Rundgang geht es um die Geschichte und Entwicklung des Friedhofs und der Bestattungskultur im Wandel der Zeiten, um die Bedeutung des Friedhofs als Rückzugs - und Erholungsraum für Mensch und Tier und um das Leben und Wirken besonderer Menschen, die in Esslingen ihre Spuren hinterlassen haben.