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Gefühle für "unsichere" Zeiten
Vortrag und Diskussion

Menschen wie Gesellschaften reagieren emotional auf Krisen, in erster Linie verbinden wir unsichere Zeiten mit negativ besetzten Gefühlen, mit Angst oder Sorge. Das ist verständlich und als Schutzreaktion in einer Bedrohungssituation durchaus wichtig, aber nicht die einzig denkbare Reaktion.

Schon seit der Vormoderne nutzen religiöse und staatliche Akteure solche Unsicherheit gezielt aus, um im Gegenzug Gewissheit und Orientierung zu versprechen. Im 19. und 20. Jahrhundert dagegen wurden Hoffnung und Zuversicht als treibende Kräfte für gesellschaftlichen Fortschritt und Selbstwirksamkeit entdeckt. Im 21. Jahrhundert schwindet das Vertrauen in gesicherten Fortschritt zusehends, und Zuversicht scheint zunehmend wieder durch kollektive Ängste ersetzt.

Vor dem Hintergrund der historischen Bedeutungen und Wandlungen von Gefühlen im gesellschaftlichen und politischen Kontext entwickelt der Vortrag ein differenziertes Bild. Er endet mit einem leidenschaftlichen Plädoyer, in unsicheren Zeiten auch positive Gefühle walten zu lassen, um die eigene wie gesellschaftliche Resilienz und Zukunftsfähigkeit zu stärken.

Professor Dr. Dr. h.c. Ute Frevert ist Historikerin, Präsidentin der Max Weber Stiftung, Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Direktorin (em.) am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, wo sie von 2008 bis 2024 den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ leitete. Die Historikerin lehrte zuvor in Yale und hatte Professuren in Bielefeld, Konstanz sowie an der FU Berlin inne. Sie wurde 1998 mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet und ist seit 2016 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Aus richtungsweisenden Arbeiten zur Sozial- und Geschlechtergeschichte entwickelte sie ihr Forschungsinteresse an der Emotionsgeschichte und zeigt seither in zahlreichen Studien, inwiefern Gefühle historisch geprägt sind und ihrerseits geschichtsbildende Kraft entfalten. 2020 wurde sie dafür mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa geehrt.

Online und vor Ort: Hochschule Esslingen, Campus Stadtmitte, Kanalstr. 33, Gebäude 1, Senatssaal, Raum S 01.021

Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten.

Nähere Infos unter: www.hs-esslingen.de/studium/studienangebot/studium-generale/oeffentliche-vortragsreihe/ (Programm Wintersemester 2026/27)

Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Studium Generale der Hochschule Esslingen. Gefördert wird das Studium Generale durch die Gips-Schüle-Stiftung, die Stiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, die Reinhold Maier Stiftung, dem Verein der Freunde und der Bildungsstiftung der Hochschule Esslingen. Außerdem kooperiert die Hochschule mit der Stadt Esslingen, vhs Esslingen, Stadtbücherei Esslingen und dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg.

Gefühle für "unsichere" Zeiten
Vortrag und Diskussion

Menschen wie Gesellschaften reagieren emotional auf Krisen, in erster Linie verbinden wir unsichere Zeiten mit negativ besetzten Gefühlen, mit Angst oder Sorge. Das ist verständlich und als Schutzreaktion in einer Bedrohungssituation durchaus wichtig, aber nicht die einzig denkbare Reaktion.

Schon seit der Vormoderne nutzen religiöse und staatliche Akteure solche Unsicherheit gezielt aus, um im Gegenzug Gewissheit und Orientierung zu versprechen. Im 19. und 20. Jahrhundert dagegen wurden Hoffnung und Zuversicht als treibende Kräfte für gesellschaftlichen Fortschritt und Selbstwirksamkeit entdeckt. Im 21. Jahrhundert schwindet das Vertrauen in gesicherten Fortschritt zusehends, und Zuversicht scheint zunehmend wieder durch kollektive Ängste ersetzt.

Vor dem Hintergrund der historischen Bedeutungen und Wandlungen von Gefühlen im gesellschaftlichen und politischen Kontext entwickelt der Vortrag ein differenziertes Bild. Er endet mit einem leidenschaftlichen Plädoyer, in unsicheren Zeiten auch positive Gefühle walten zu lassen, um die eigene wie gesellschaftliche Resilienz und Zukunftsfähigkeit zu stärken.

Professor Dr. Dr. h.c. Ute Frevert ist Historikerin, Präsidentin der Max Weber Stiftung, Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Direktorin (em.) am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, wo sie von 2008 bis 2024 den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ leitete. Die Historikerin lehrte zuvor in Yale und hatte Professuren in Bielefeld, Konstanz sowie an der FU Berlin inne. Sie wurde 1998 mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet und ist seit 2016 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Aus richtungsweisenden Arbeiten zur Sozial- und Geschlechtergeschichte entwickelte sie ihr Forschungsinteresse an der Emotionsgeschichte und zeigt seither in zahlreichen Studien, inwiefern Gefühle historisch geprägt sind und ihrerseits geschichtsbildende Kraft entfalten. 2020 wurde sie dafür mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa geehrt.

Online und vor Ort: Hochschule Esslingen, Campus Stadtmitte, Kanalstr. 33, Gebäude 1, Senatssaal, Raum S 01.021

Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten.

Nähere Infos unter: www.hs-esslingen.de/studium/studienangebot/studium-generale/oeffentliche-vortragsreihe/ (Programm Wintersemester 2026/27)

Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Studium Generale der Hochschule Esslingen. Gefördert wird das Studium Generale durch die Gips-Schüle-Stiftung, die Stiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, die Reinhold Maier Stiftung, dem Verein der Freunde und der Bildungsstiftung der Hochschule Esslingen. Außerdem kooperiert die Hochschule mit der Stadt Esslingen, vhs Esslingen, Stadtbücherei Esslingen und dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg.

  • Anmeldung unter: www.hs-esslingen.de/studium-generale-anmeldung

    Gebühr
    kostenlos
  • Kursnummer: P212002
  • Start
    Di. 03.11.2026
    18:00 Uhr
    Ende
    Di. 03.11.2026
    19:00 Uhr
  • 1 Termin
  • Geschäftsstelle: Esslingen
  • Esslingen - Online und vor Ort
12.09.26 08:05:36